Fundstücke im Web #1

Dezember 14, 2009 in Allgemeines

Unfreiwillige Offenheit statt Privatsphäre

FOCUS Online nimmt Bezug auf die neuen Nutzerregeln von Facebook – und erklärt, warum man aufpassen muss, nicht zu viel Privates öffentlich zu machen.
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10 Tipps…

Sowohl die Süddeutsche Zeitung als auch die BILD haben sich in Gedanken gemacht, wie man mit Sozialen Netzwerken umgeht – und beide Redaktionen haben 10 Tipps zusammengestellt.
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Deutsche Unternehmen im Social Web

Holger Schmidt, “Netzökonom” und Blogger der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nimmt das Engagement deutscher Unternehmen im Social Web gründlich unter die Lupe.
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Studie: Construktiv

“Wie nutzen Deutschlands größte Marken Social Media?”, die Studie, auf der Holger Schmidts Artikel basiert, gibt es zum Download. Wem also die Zusammenfassung des Netzökonoms nicht reicht, findet hier das Original.
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Ein kurzer Blick auf MyOn-ID

November 2, 2009 in Allgemeines

Viele, die grade ihre Ausbildung oder ihr Studium abgeschlossen haben und nun auf Jobsuche sind, sind mit Sicherheit einmal auf das Angebot von MyOn-ID gestoßen. Die Betreiber der Internetseite versprechen ihren angemeldeten Benutzern ihre Identität im Internet “kontrollieren” zu können.  Doch funktioniert ein solcher Dienst wirklich?

Was ist MyOn-ID? In erster Linie dient die Seiter eher der Organisation seiner Daten im Internet. So kann man seine Lebensläufe hochladen, oder neuere in seinem Profil verschiedene Blogeinträge oder Youtube-Videos von sich verlinken. Man präsentiert quasi auf dieser Seite sich selbst.

Ist diese Seite erst einmal eingerichtet, so versucht MyOn-ID das erstellte Profil in Google so hoch wie möglich listen zu lassen. Die Seite soll also so optimiert sein, dass im besten Falle das Profil an erster Stelle steht, laut Betreiber.

An sich klingt das Prinzip sehr gut, jedoch sollte man einige Dinge nicht vergessen:
Auf wenn MyOn-ID Ihr Profil an erster Stelle listet, findet man trotzdem noch alle anderen Beiträge, Bilder, Fotos usw. über Sie im Internet. Es werden also keine unerwünschten Beiträge durch MyOn-ID versteckt oder gar gelöscht.
Jeder Personalentscheider würde sich nicht nur mit einem MyOn-ID Profil zufrieden geben, sondern tiefer gelistete Beiträge ebenso beachten und wahrscheinlich für sich selbst höher werten als ein “geschöntes” Profil.

Fazit: MyOn-ID richtet sich hauptsächlich an Berufsstarter und kann für den Berufsstart nützlich sein, sollte aber nicht überschätzt werden! Personalentscheider werden das Profil meist nur überfliegen und tiefer ins Internet schauen.

Interview mit Klaus Eck

Oktober 15, 2009 in Personensuche, Reputation Management

Am 12. Oktober wurde auf derstandard.at ein Interview mit dem bekannten Online Reputation Spezialisten Klaus Eck veröffentlicht. Der PR Blogger gibt im Interview Tipps zum Umgang mit Sozialen Netzwerken.

Selbstverständlich hat die Art und Weise wie wir uns online präsentieren einen Einfluss auf unser Berufsleben. Jeder dritte Personalverantwortliche googelt inzwischen relevante Bewerber. Der erste Eindruck, den Bewerber online hinterlassen, entscheidet heute mit über die Karriere des Einzelnen. Wer mit einer Schimpftirade über seinen alten Arbeitgeber oder auf Hunderten von Partyfotos im Vollrausch gefunden wird, schneidet natürlich schlechter ab, als derjenige, der mit fachlich interessanten Blogartikeln und gut gepflegten Onlineprofilen auffällt. Durch eine gezielte Pflege der eigenen Online-Reputation stützt man seine Karriere.

Auf Privates verzichten?

Interessant ist die auch in der Überschrift zum Interview formulierte These, auf Privates solle weitgehend verzichtet werden.

Wer dann auch noch positiv aus der Masse herausragen will, der sollte selbst dazu übergehen, gute und interessante Inhalte zu erstellen, also zum Beispiel ein Blog, Twitter-Account oder einen Youtube-Videokanal zum eigenen Fachgebiet gründen. Wichtig ist allerdings bei alledem, nicht zu dick und zu selbstreferentiell aufzutragen. Mit heißer Luft überzeugen Sie niemanden. Stattdessen kommt es auf Ihre Softskills genauso an wie auch auf Ihre persönliche Kompetenzen. Auf wirklich Privates sollte man beim Online Reputation Management weitgehend verzichten.

An dieser Stelle sollte Widerspruch laut werden. Denn das Gegenteil ist der Fall. Selbstverständlich – und in jedem Fall – haben Partyfotos im Internet nichts zu suchen. Dennoch ist ein gewisses Maß an privaten Inhalten nach Sicht von Online-Ich positiv zu bewerten. Zwar ist es richtig, dass ein googlender Geschäftspartner immer in erster Linie nach beruflichen Qualifikationen sucht – doch auch private Inhalte sind von Interesse. Einerseits bei Menschen, die nur telefonisch miteinander zu tun haben, und den anderen etwas besser kennen lernen möchten. Aber auch beim ersten Research für einen neuen Geschäftspartner. Private Inhalte verleihen einer Online Reputation Glaubwürdigkeit – sie machen die gesuchte Person greifbar.

Privates gezielt nutzen!

Der Trick liegt darin, sich privat ebenso geplant und gezielt zu präsentieren, wie man es beruflich tut. Ein Familienmensch sollte sich als ebendieser präsentieren und Fotos vom letzten Familienurlaub zeigen, auf denen er mit seinen Kindern spielt. Ein begeisterter Radfahrer sollte Fotos von seinen Radtouren online stellen. Ein Modelleisenbahner kann sich in entsprechenden Foren nach Tipps und Tricks erkundigen – oder welche geben. Wer eine Online Reputation aufbaut, sollte überlegen, wie er sich im Internet definieren möchte. Gibt es nur den Geschäftsmann oder gibt es auch den Familienvater oder Hobbybastler? Wer sich ehrlich und offen im Internet präsentiert wird durch Vertrauen belohnt.

Fazit: Das Interview mit Klaus Eck vermittelt einige Basics zum Thema Online-Reputation und ist aus diesem Grund durchaus lesenswert. Die These, Privates sollte aus der Online-Reputation herausgehalten werden ist allerdings nicht angebracht. Viel eher sollte man Privates an zweiter Stelle fördern. Ein oberflächlicher Scan bei Google bringt berufliche Qualifikationen zutage – wer sich die Mühe macht, in Sozialen Netzwerken zu recherchieren sollte mit ausgewählten privaten Inhalten belohnt werden.

Jobs bei Twitter

Oktober 5, 2009 in Bewerbung

In der Zeit wurde ein interessanter Beitrag veröffentlicht, der die Jobsuche via Twitter beleuchtet. Während Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nach wie vor mit Methoden aus dem 20. Jahrhundert suchen (Zeitungsannonce, lokale Stellenausschreibungen), die Felle schwimmen gehen, können Unternehmen, die sich im Web 2.0 präsentieren garnicht schnell genug mit dem technischen Fortschritt mithalen.

Natürlich ist die Ausschreibung an sich in Rahmen von Twitter nicht möglich, eine kurze Aufforderung sich zu bewerben und ein Link auf das Jobangebot allerdings sehr wohl. Und ein Großteil der deutschen Top-Unternehmen hat ohnehin einen Twitter-Account über den ein Teil der Untenehmenskommunkation läuft – und der direkt die richtigen Bewerber anspricht.

Während diese Form des Online-Recruitings in Deutschland noch sehr unbekannt ist, wird in den USA bereits häufig Twitter für Stellenausschreibungen genutzt, wie aus dem Artikel hervorgeht:

Bei einer Befragung auf der Internetseite www.jobvite.com gaben 95 Prozent der Firmen an, Online-Netzwerke für ihre Personalsuche zu nutzen, fast die Hälfte der Firmen suchte auch über Twitter nach einem geeigneten Kandidaten. 70 Prozent erklärten, dass ihre Suche erfolgreich war.

Quelle: Die Zeit

Kein Wunder, denn diese einfache Form der Ausschreibung ermöglicht es einer Firma, ohne zeit- und kostenaufwändigen Auswahlprozess nur Bewerber mit gewissen Kritierien zu erreichen: jung, kommunikativ, interneterfahren, offen.

Dass das Ganze auch andersherum funktioniert wird in dem Artikel ebenfalls dargestellt:

Die Geschichte von Sabrina Panknin wird gern erzählt, wenn es um eine in der Bloggerszene heiße Frage geht: Eignet sich der Microblogdienst Twitter für die Jobsuche? Können Firmen so ihren Nachwuchs rekrutieren? Sabrina Panknin suchte im Frühjahr eine Stelle im Bereich PR. Um möglichst viele Unternehmen mit ihrer Bewerbung zu erreichen, postete sie ihre Anzeige auch bei Twitter.

Gleichzeitig wurde sie “Follower” ihrer potenziellen Arbeitgeber. Als angemeldete Benutzerin konnte sie so die Nachrichten anderer Autoren abonnieren. Diese Nachrichten nennen sich Tweets, und sie sind so lang wie eine SMS – 140 Zeichen. Follower können die Tweets ihrer Autoren regelmäßig auf ihrer eigenen Twitter-Seite im Internet lesen.

Panknin hatte ihr Glück versucht und getwittert: “Suche Job im Bereich Kommunikation und PR”. Keine drei Monate vergingen, bis sie einen Vertrag unterschrieben hatte.

Quelle: Die Zeit

Allerdings wurde Panknin von einer Social Media-Firma eingestellt – in einer anderen Branche lägen die Chancen ungleich niedriger.

Fazit: Twitter als Arbeitsplatzbörse wird kommen – die Vorteile liegen auf der Hand und die Kosten sind niedrig. Die Firma erreicht direkt den Wunschkandidaten und zeigt sich offen und modern. Einige Branchen werden diesen Schritt sicherlich nicht (oder nur sehr spät) mitgehen, aber davon aus zu gehen, dass nur Online-Firmen oder Werbeagenturen den Service zum Online-Recruiting nutzen, wäre falsch. Ob es sich langfristig als Möglichkeit zur privaten Stellensuche etablieren kann, darf allerdings bezweifelt werden.

7 Todsünden beim Social Networking – Teil 7

September 28, 2009 in Reputation Management, Social Networks

Partyfotos

Die absolute Todsünde. Gerade die Fotos schaut sich jeder Researcher an, um sich ein Bild von der gefundenen Person zu machen. Wer dabei die falschen Fotos auch selbst hochlädt oder darauf verlinkt wird hat sehr schlechte Karten.

Beispiel: Partyfotos

Dieser StudiVZ-Teilnehmer hat es mehr als übertrieben.

absolute Todsünde: Partyfotos

absolute Todsünde: Partyfotos


Auch wenn WADI sicherlich einen tollen Abend hatte – jeder Personaler wird entsetzt zurückschrecken, wenn er sieht, mit wie wenig Fingerspitzengefühl WADI sein Album gestaltet hat. Aber es muss nicht gleich eine Striptease-Party sein, die zum sofortigen Ausschluss führt: Wer Partyfotos einstellt, auf denen er offensichtlich zu viel trinkt macht sich unbeliebt. Selbst wenn auf den Bildern nur maßvolles Trinken erkennbar ist, dafür aber jedes Wochenende neue Party-Fotos hochgeladen werden liegt ein unangenehmer Rückschluss nahe.

Fazit

Private Fotos sind bei Personalern und Researchern als Informationsquelle beliebt. Das sollte nicht durch Partyfotos verdorben werden. Laden Sie stattdessen Urlaubsfotos hoch, die Sie in einem positiven Licht zeigen, und der erste Eindruck ist perfekt.

7 Todsünden beim Social Networking – Teil 5

September 22, 2009 in Reputation Management, Social Networks

Die falschen Gruppen

Im StudiVZ definieren sich die meisten über ihre Gruppen. Es ist nicht unüblich, das “Kontingent” von 100 Gruppen voll auszunutzen – aber wer dabei die falschen Gruppen wählt, wird bei einem Personlchef nicht punkten können.

Todsünde: Falsche Gruppen

Todsünde: Falsche Gruppen

Das obige Beispiel ist ganz klar ein Morgenmuffel. Auch andere Gruppen sind sehr beliebt, z.B. die Gruppe “Fünf Minuten dumm stellen erspart oft eine Stunde Arbeit” hat eine Mitgliederzahl von über 25’000. Gerne gesehen wird dies nicht.

Fazit

Verzichten Sie auf Gruppen, die eine negative Einstellung zur Arbeit erkennen lassen. Gerade solche Gruppen sind Personalchefs ein Dorn im Auge, selbst wenn sie witzig gemeint sein sollten.

Lesen Sie den nächsten Teil der Serie “7 Todsünden beim Social Networking”.