Datenschutz im Social Web

Dezember 3, 2009 in Allgemeines, Datenschutz

Letzter Besucher: Der Staat

Letzter Besucher: Der Staat

Wie der Onlinedienst Golem.de gestern berichtete, klagt die Electronic Frontier Foundation in den USA auf Herausgabe von Daten und Informationen, die bei Online-Ermittlungen in Sozialen Netzwerken gesammelt werden.

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Surftipp: “Die Rache der Kunden”

Dezember 1, 2009 in Reputation Management, Social Web

Chip.de: Die Rache der Kunden

Chip.de: Die Rache der Kunden

Unter dem Titel “Die Rache der Kunden” zeigt das beliebte Portal der Computerzeitschrift, was beim Online Reputation Management alles schief gehen kann.
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Lebenslauf bald überflüssig?

November 30, 2009 in Bewerbung, Personensuche

Mit einer gewagten Behauptung lehnt sich die Personensuchmaschine Yasni in ihrem Blog weit aus dem Fenster. In einem Beitrag vom 25. November wird dort angekündigt, das Ende des Lebenslaufes sei gekommen. Zwar noch nicht sofort, aber innerhalb einer Frist von zehn Jahren.

Wir glauben daher, dass den Lebenslauf bald dasselbe Schicksal wie die schriftliche Bewerbung ereilen wird. Denn mit Web-Informationen über die eigene Person halten die meisten Menschen nicht gerade hinterm Berg. „Wer eine Person im Internet sucht, findet bereits jetzt mehr als ein Kandidat in eine Bewerbungsmappe packen kann. Und das wird sich in Zukunft noch verstärken“, erklärt Steffen Rühl [Geschäftsführer Yasni.de].

Quelle: Yasni Blog

Natürlich wäre eine solche Entwicklung gerade für Yasni wünschenswert. Aber ist wirklich etwas dran an dieser Prognose?
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Facebook-Fotos zu fröhlich – Krankengeld gestrichen

November 22, 2009 in Reputation Management, Social Networks

Montréal — Einer wegen Depressionen krank geschriebenen Kanadierin ist das Krankengeld gestrichen worden, weil sie fröhliche Bilder von sich bei Facebook veröffentlicht hat. Mit Verweis auf die Fotos, die sie lachend am Strand, bei ihrer Geburtstagsfeier und bei einer Männer-Striptease-Show zeigen, habe die Versicherung ihr mitgeteilt, dass sie auch arbeiten gehen könne, sagte Nathalie Blanchard dem kanadischen Fernsehsender CBC.

Quelle: AFP

Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass jeder sich der Daten bewusst sein sollte, die auf Facebook oder generell in Sozialen Netzwerken veröffentlicht werden. Und noch wichtiger: Das Bewusstsein zu haben, dass diese Daten nahezu für jedermann
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Reputation-Desaster bei Jack Wolfskin

Oktober 22, 2009 in Allgemeines

Wie man es sich mit einer guten Reputation verscherzen kann, zeigt im Moment Jack Wolfskin. Um das Markenzeichen oder vielmehr, das Logo mit der Tatze (siehe Bild) zu schützen, hat das Unternehmen bereits in der Vergangenheit Abmahnungen verschickt. Auch mit der taz hat sich Jack Wolfskin bereits häufig juristisch auseinandergesetzt, zuletzt wegen eines Handtuchdrucks. Und das, obwohl als bewiesen gilt, dass die taz der Erfinder und erste Nutzer des Logos war, und lediglich versäumte, es schützen zu lasen.

Jack Wolfskin: Wieder Streit wegen der Tatze

Jack Wolfskin: Wieder Streit wegen der Tatze

Die rigide Unterdrückung des Tatzen-Symbols hat also schon in der Vergangenheit bei vielen für Verwunderung – zum Teil auch Verärgerung – gesorgt. Doch in der letzten Woche ist Jack Wolfskin einen Schritt weiter gegangen, bei dem nicht nur die Grenze ves Verständnisses erreicht wird, sondern der auch eine unmittelbare Gefährdung der Online Reputation des Unternehmens darstellt. Folgendermaßen sieht der Fall aus:

Hamburg (dpa) – Als «fliegenpilzle» am Mittwoch vergangener Woche ihre Post öffnete, verschlug es der Hobby-Näherin beinahe die Sprache. «Ich hab heute eine Abmahnung von Jack Wolfskin im Briefkasten gehabt», schrieb sie kurze Zeit später im Forum des Online-Marktplatzes «DaWanda».

Insgesamt 991 Euro forderten die Anwälte des Outdoor-Ausrüsters – weil die Kleinhändlerin in ihrem Shop zwei Taschenspiegel mit Stoff-Pfötchen verkauft hatte. Das Weltunternehmen mit der Tatze als Markenlogo witterte einen Verstoß gegen das Markenrecht und schaltete die Anwälte ein. «fliegenpilzle» war nicht die einzige Anbieterin auf «DaWanda», die eine Abmahnung bekam.

Quelle: Die Zeit

Die Reaktion auf die Abmahnungen folgte auf dem Fuße – in Foren, Blogs und auf Twitter gab es Boykottaufrufe, Hohn und Spott. Um noch einmal aus der Zeit zu zitieren:

Die Blogger- und Twitterer-Gemeinde solidarisierte sich mit den Abgemahnten. Ein «Zwitscherer» kündigte an, «Alle seine Jack- Wolfskin-Klamotten in die Altkleidersammlung» zu werfen. «Eine große, etablierte Marke schießt sich selbst ins Knie – und merkt es nicht einmal», merkte ein anderer an. Viele Nutzer reagierten mit Hohn und Spott: «Jack Wolfskin verklagt demnächst auch Wölfe im Wald, die unerlaubter Weise das JW-Logo hinterlassen», unkte einer. Und ein anderer philosophierte darüber, «ob Wolfskin jetzt auch meine Kater abmahnt. Wegen der Tatzen meine ich.»

Eine vermeidbare Gefährdung der Online Reputation

Wie nicht anders zu erwarten, war PR-Blogger Klaus Eck einer der Ersten, die zu dem Sacherhalt berichteten. In seinem Blog stellt er da, wie “die klassischen Medien das Markenthema aufgegriffen und häufiger die Partei der Abgemahnten ergriffen [haben]“. Besonders verwunderlich ist das in diesem Fall nicht, schließlich stellt eine derartig hohe Abmahnungssumme für die meisten Privatmenschen eine völlig überzogene Reaktion dar – insbesondere wenn keine Vorwarnung vorlag. Natürlich ist das aus Unternehmenssicht nicht notwendig. Dennoch muss jedes Unternehmen heutzutage zumindest in Erwägung ziehen, dass es eine Kettenreaktion auslöst, über die es am Ende keine Kontrolle mehr hat.

Überhaupt ist die Vehemenz, mit der Jack Wolfskin das Firmenlogo beschützt, an manchen Stellen verblüffend. Einen Streit mit der taz kann man noch nachvollziehen – schließlich ist es für den Wiedererkennungswert einer Marke nicht unbedingt förderlich, wenn auch andere Unternehmen dasselbe Logo oder Symbol verwenden. Privatpersonen abzumahnen wie im vorliegenden Fall sollte allerdings nur in Extremsituationen erfolgen – denn der Schaden für die eigene Reputation, der damit einhergehen werden kann, lässt sich im Voraus unmöglich einschätzen.

Die Schlussfolgerung, dass es bei Jack Wolfskin in der C-Ebene eine Person gibt, die ohne Rücksicht auf Verluste das Logo schützen möchte, liegt nahe. Diese Einstellung darf in einem Unternehmen dieser Größe (eigentlich in keinem Unternehmen, hier wiegt es nur schwerer) geduldet werden – ohne Rücksicht auf Verluste kann schnell zu großem Imageschaden führen. Die Musikindustrie zeigt das seit Monaten und Jahren eindrucksvoll.

Wäre im Voraus eine Kosten-Nutzen-Kalkulation gemacht worden – mit größter Wahrscheinlichkeit wären keine Abmahnungen versendet worden. Oder zumindest darauf verzichtet worden, völlig unrealistische Summen einzufordern, die eher an Wegelagerei als an Markenschutz erinnern. Ein möglicher Imageschaden wäre damit direkt im Keim erstickt worden.

Fazit: Jack Wolfskin zeigt auf, wie wichtig eine ausgewogene und vorausschauende Unternehmenskommunikation ist – und wie groß die Schäden für die Reputation – online wie offline – sein können, wenn es sie nicht gibt.

Reputation Management bringt bares Geld

Oktober 6, 2009 in Reputation Management

Im Rahmen einer Tippliste zur Verbesserung der Online-Reputation wurde auf Textberater.com auf eine schon etwas ältere Studie der London School of Economics verwiesen. Auch wenn die Studie von 2005 ist – die Inhalte sind nach wie vor aktuell.

Vor allem die Faustformel “Zwei zu eins” ist interessant und sollte eigentlich jedem Reputationsberater bekannt sein: Zwei Prozent weniger negative Mundpropaganda (oder besser: Foreneinträge, Blogs usw.) erzeugen ein Prozent Umsatzwachstum.

A 1% reduction in negative word of mouth would lead to £24.84m additional revenues; every 2%
reduction in negative word of mouth correlated to just under 1% growth (a 1% reduction = .414%
more growth).

Doch die Studie bietet noch einige weitere interessante Einsichten zu der Ökonomie von Reputation Management – daher an dieser Stelle der Link zum Originaldokument.