Facebook-Fotos zu fröhlich – Krankengeld gestrichen

November 22, 2009 in Reputation Management, Social Networks

Montréal — Einer wegen Depressionen krank geschriebenen Kanadierin ist das Krankengeld gestrichen worden, weil sie fröhliche Bilder von sich bei Facebook veröffentlicht hat. Mit Verweis auf die Fotos, die sie lachend am Strand, bei ihrer Geburtstagsfeier und bei einer Männer-Striptease-Show zeigen, habe die Versicherung ihr mitgeteilt, dass sie auch arbeiten gehen könne, sagte Nathalie Blanchard dem kanadischen Fernsehsender CBC.

Quelle: AFP

Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass jeder sich der Daten bewusst sein sollte, die auf Facebook oder generell in Sozialen Netzwerken veröffentlicht werden. Und noch wichtiger: Das Bewusstsein zu haben, dass diese Daten nahezu für jedermann
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Schlechte Bewertungen bleiben hängen

Oktober 14, 2009 in Reputation Management

Das University College of London (Institut für kognitive Neurowissenschaft) hat in einer kürzlich veröffentlichten Studie gezeigt, wie wichtig es ist, im Internet einen guten Ruf zu haben. So neigen Nutzer dazu, negative Bewertungen aufmerksamer wahr zu nehmen als positive.

Die Ergebnisse der Studie beruhen auf einer wissenschaftlichen Testreihe mit 50 Probanden. Den Probanden wurden verschiedene Wörter für Sekundenbruchteile auf einem Computermonitor angezeigt. Diese Wörter hatten entweder einen postiven Kontext (wie Frieden) oder einen negativen (wie Krieg).

Im Anschluss wurden die Probanden gebeten, dem Wort eine Wertigkeit zuzuordnen – negativ, positiv oder neutral. Dabei wurden überdurchschnittlich häufig negative Begriffe auch “richtig” einer negativen Wertigkeit zugeordnet.

Der Leiter der Untersuchung, Prof. Nilli Lavie, sieht dadurch die These bestätigt, dass einem negativen Inhalt eine erhöhte Aufmerksamkeit zuteil wird.

Wie das ECIN Magazin richtig analysierte, öffnet diese Erkenntnisse Firmen neue Möglichkeiten in der Art, Werbung zu führen. Beispielsweise könnte eine Spendenorganisation verstärkt auf negative Inhalte setzen, um die Spender zu erreichen.

Für die Social Media Marketing Branche bedeutet das Ergebnis, dass es umso wichtiger ist, negative Produktbewertungen aus dem Blickfeld des Users zu entfernen – beispielsweise durch Löschung, oder indem sie bei einer Suchanfrage so weit hinten auftauchen, dass ihnen keine Beachtung geschenkt wird.

Fazit: Die Studie zeigt deutlich, dass Online Reputation Management nicht nur darauf abzielen kann, sich möglichst positiv dar zu stellen – man muss gleichzeitig immer darauf achten, negative Inhalte so weit wie möglich zu unterbinden.

Online Reputation Management – Teil 3: Daten löschen

September 15, 2009 in Reputation Management

Einer der zwei großen Teilaskpekte des Online Reputation Managements liegt darin, schlicht und einfach Daten zu löschen, oder besser gesagt: Daten aus dem Internet zu entfernen.

Besonders, wenn man bei der Recherche über sich selbst herausfindet, dass im Internet Dinge verbreitet werden, die falsch, unpassend oder gar beleidigend sind, sollte man in Erwägung ziehen, einzuschreiten und zu versuchen, diese Daten aus dem Internet – oder zumindest aus der Google-Suche zu entfernen. Dabei muss man allerdings sehr vorsichtig vorgehen, leicht geht der Versuch, Daten verschwinden zu lassen nach hinten los. Man spricht dabei vom Streisand-Effekt: Gerade der Versuch, etwas zu entfernen sorgt dafür, dass der Sachverhalt große Bekanntheit erlangt. Beliebt ist hier das Beispiel des Textilherstellers Jako, der negative Kommentare über seine Produkte entfernen lassen wollte – und damit eine Gegenreaktion hervorgerufen hat, die der Kritik zusätzliches Gewicht verliehen hat. Für das Unternehmen ein PR-Debakel allererste Güte.

Daher ist die wichtigste Regel für jeden, der Daten von sich aus dem Internet entfernen möchte: Immer höflich bleiben!

Denn die beste Möglichkeit, negative Einträge über die eigene Person aus dem Internet zu entfernen ist, direkt mit dem Betreiber der Webseiten oder Plattformen in Kontakt zu treten. Es gibt zwar auch die Möglichkeit, Einträge aus Google zu löschen, die Hürden dafür sind allerdings recht hoch – und theoretisch müsste man alle Suchmaschinen dazu auffordern, nicht mehr auf bestimmte Seiten zu verlinken, eine Mammutaufgabe, die zu keinem Ergebnis führen wird. Daher: Direkt an die Verantwortlichen der entsprechenden Website wenden.

Checkliste Daten löschen

Der Ersteindruck ist entscheided. Hier ist eine Übersicht, was in die erste E-Mail hinein gehört – und was auf keinen Fall geschrieben werden sollte.

  • Eine sachliche Schilderung, warum gewünscht wird, dass ein bestimmter Beitrag oder Eintrag entfernt wird.
  • Verweisen Sie an dieser Stelle z.B. darauf, dass der Beitrag beleidigend ist, oder erklären Sie dem Betreiber der Webseite, welche Folgen es für Sie hätte, wenn der Beitrag bestehen bliebe. Webmaster sind keine Unmenschen – wenn es einen guten Grund gibt, einen Beitrag zu entfernen, habe Sie gute Chancen, direkt beim Erstkontakt erfolgreich zu sein.

  • Ein Lob für die Homepage des Adressaten
  • Es macht immer Sinn, den Homepagebetreiber bzw. Webmaster für die Homepage, auf der Sie etwas gelöscht haben möchten ein Kompliment zu machen. Natürlich nur, wenn es angebracht ist (bei größeren Portalen sollte man davon unter Umständen Abstand nehmen).

  • Keinen Druck machen
  • Erwähnen Sie unter keinen Umständen im ersten Anschreiben, dass Sie in Erwägung ziehen, einen Anwalt einzuschalten. Formulieren Sie die E-Mail als Bitte und machen Sie deutlich, dass es ein wichtiges Anliegen ist – aber versuchen Sie, keinen Druck aufzubauen. Webmaster sind schließlich auch nur Menschen, und niemand schätzt es, mit einem Anwalt “bedroht” zu werden.

  • Genaue URL
  • Es klingt unglaublich, aber gerade das wird gerne vergessen: Natürlich müssen Sie der E-Mail eine genaue URL beifügen, unter welcher der Empfänger den Beitrag abrufen kann. Denn kein Webmaster hat großes Interesse daran, seine eigene Homepage nach irgendeinem, möglicherweise Jahre alten, Beitrag zu durchsuchen.

Es kann eine Weile dauern, bis eine Reaktion auf die E-Mail eintrifft – die Bitte um Entfernung eines Beitrages hat nun mal keine allzu hohe Priorität. Wenn allerdings nach einer Woche (maximal 14 Tage) keine Reaktion erfolgt ist, sollten der nächste Schritt in Angriff genommen werden: Den Verantwortlichen für die Homepage anrufen.
Warum ein Telefonat? Ganz einfach: Eine weitere E-Mail muss entweder im Tonfall schärfer werden – was in dieser Phase zu vermeiden ist – oder an der “lockeren” Tonfall der ersten E-Mail anknüpfen – was es einfach macht, das Anliegen erneut zu ignorieren.

Ein Telefonanruf ist eine gute Möglichkeit, den Druck sanft zu erhöhen.

Erkundigen Sie sich in dem Telefonat lediglich, was aus Ihrer Bitte geworden ist, und bieten Sie an, die E-Mail erneut zu versenden. Damit wird dem Verantwortlichen klar, dass die Angelegenheit nicht einfach ignoriert werden kann und Sie haben gezeigt, dass Sie nicht einfach aufgeben werden.

Sollte auch danach keine Löschung vorgenommen werden, muss das weitere Vorgehen sehr gut durchdacht werden. Wer jetzt eine falsch formulierte E-Mail schreibt, oder sich aus Frustration zu einem emotionalen Vorgehen hinreissen lässt, hat Glück, wenn es nicht plötzlich 5 Beiträge statt einem gibt. Daher gilt es, genau abzuwägen ob der Nutzen, auf die Löschung zu bestehen, oder das damit verbundene Risiko für den eigenen Ruf überwiegt.

Muss der Beitrag aber gelöscht werden, sollte jetzt der Druck erhöht werden – schreiben Sie eine sachliche E-Mail an den Webseitenbetreiber, in der Sie ihn noch einmal auffordern, den Beitrag zu löschen, und stellen Sie ein Ultimatum. Erwähnen Sie, dass Sie sich von einem Anwalt beraten lassen werden, wenn Ihrer Bitte nicht nachgekommen wird.

Sollte auch danach keine Löschung erfolgen bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als tatsächlich einen Anwalt zu engagieren. Ein teures und bei weitem nicht immer erfolgreiches Unterfangen.

Manchmal ist es daher angebracht, sich direkt an eine Internetagentur zu wenden, die sich auf Datenlöschung spezialisiert hat. Das kostet zwar auch Geld, dafür profitiert man aber von zum Teil jahrelanger Erfahrung.

Aber es muss nicht immer direkt eine Löschung sein. Manchmal reicht es auch, den Beitrag einfach in den Untiefen der Google Ergebnisseite verschwinden zu lassen. Online-Ich.de erklärt auf der folgenden Seite, wie man sein Digitales Abbild mit einer geschickten Selbstdarstellung im Internet steuern kann.