Online Reputation Management – Teil 4: Präsentation im Internet

September 17, 2009 in Reputation Management

Nun kommt der wohl wichtigste Bereich des Online Reputation Managements. Daten im Internet zu löschen ist ein Ansatz, den man punktuell betreiben kann und sollte. Wichtiger ist aber, wie man sich selbst im Internet präsentiert.

Glücklicherweise ist das gar nicht so schwierig. Die meisten Angebote sind kostenlos und einfach zu handhaben.

Checkliste Präsentation im Internet

  • Soziale Netzwerke
  • Der erste Schritt zur erfolgreichen Selbstdarstellung ist die Anmeldung in diversen Sozialen Netzwerken. Dabei sollte man allerdings nicht planlos vorgehen, denn jedes Netzwerk spricht einen bestimmten Nutzerkreis an. Während Xing primär für Businesskontakte ausgelegt ist, richten sich MySpace und auch StudiVZ an eine jugendliche Gemeinde.
    Suchen Sie sich daher das passende Netzwerk aus, in dem Sie sich präsentieren. Es ist kein Fehler, sich in mehreren Netzwerken anzumelden – ganz im Gegenteil, um die oberen Treffer von Google zu beeinflussen ist das sogar unumgänglich. Aber es sollten die passenden Netzwerke sein.

  • www.meinname.de
  • Unter Umständen macht es Sinn, sich den eigenen Namen als Domain zu sichern – sofern der Name noch verfügbar ist. Die Verfügarbarkeit von Domainnamen lässt sich beispielsweise hier überprüfen.
    Selbst wenn Sie die Domain nicht nutzen möchten, um dort eine eigene Homepage oder ein Blog einzurichten, ist der Name einer Domain für die Positionierung bei Google sehr wichtig. Es kann also Sinn machen, die Domain www.meinname.de auf ein Profil – z.B. bei Xing – weiter zu leiten.

  • Das eigene Blog
  • Ein eigenes Blog kann sehr sinnvoll sein. Insbesondere für Selbstständige bietet es eine gute Plattform, um sich zu präsentieren. Dennoch ist hier Vorsicht angebracht: Manager-Blogs zum Beispiel stoßen bei der überwältigenden Mehrheit von Personalberatern auf Ablehnung.
    Überlegen Sie sich, ob ein Blog für Sie sinnvoll ist. Insbesondere sollten Sie sich fragen, womit Sie ein Blog füllen würden – können Sie interessante Gedanken zu beruflichen Themen online stellen oder müssen Sie auf privates zurückgreifen, um das Blog am Leben zu halten? Trifft letzteres zu, sollten Sie sich gegen diese Option entscheiden.

  • Fachpublikationen
  • Fachpublikationen sind ein zeitintensiver, aber besonders Reputationsförderlicher Weg, sich selbst im Internet zu präsentieren. Es gibt keinen besseren Weg, um unter Beweis zu stellen, dass man etwas von seinem Spezialgebiet versteht.
    Auch hier gilt: Erst einmal zwischen den unterschiedlichen Anbietern auswählen, und sorgfältig vergleichen, welcher Anbieter welches Klientel anspricht – und wie seriös die Anbieter sind. Natürlich kann man nicht mit dem Science Magazine einsteigen, aber das heißt ja nicht, dass man den erstbesten Anbieter wählen muss.

  • Fotos
  • Sich im Internet optimal zu präsentieren heißt nicht, dort nur berufliches einzustellen. Ganz im Gegenteil, besonders Geschäftspartner sind an privaten Dingen interessiert. Wer eine Person googlet möchte wissen, ob diese Person ein Familienmensch ist, wo sie ihren Urlaub verbringt, ob es Haustiere gibt – all die Dinge eben, die sich normalerweise im Small Talk ergeben.
    Enttäuschen Sie Ihre Geschäftspartner nicht. Geben Sie über Fotoalben Auskunft, wie Sie Ihre Freizeit verbringen. Sie können diese Fotos bei den entsprechenden Netzwerken (nicht bei Ihrem Businessprofil) oder bei Fotodiensten wie Flickr hochladen.

    Diese simplen Maßnahmen bringen enorm viel: Plötzlich tauchen bei Google keine unzusammenhängenden Ergebnisse mehr auf, sondern ein Image, das dem Suchenden einen schnellen Überblick ermöglicht – und einen positiven Ersteindruck vermittelt. Es ensteht eine sogenannte Human Brand. Wichtig ist nun, diese Marke zu pflegen und regelmäßig zu überprüfen.

    Fazit

    Mit ein wenig Anstrengung lässt sich das digitale Abbild, welches man im Internet zwingenderweise von sich hinterlässt, in eine sehr positive Richtung lenken. Allerdings ist Vorsicht angebracht, denn wer unüberlegt handelt, verschlimmert die Lage, anstatt sie zu verbessern. Daher gibt es mittlerweile einige Agenturen, die sich auf den Bereich Online Reputation Management und Human Brand spezialisiert haben, wer sicher gehen will, sollte sich beraten lassen.

    Online Reputation Management – Teil 3: Daten löschen

    September 15, 2009 in Reputation Management

    Einer der zwei großen Teilaskpekte des Online Reputation Managements liegt darin, schlicht und einfach Daten zu löschen, oder besser gesagt: Daten aus dem Internet zu entfernen.

    Besonders, wenn man bei der Recherche über sich selbst herausfindet, dass im Internet Dinge verbreitet werden, die falsch, unpassend oder gar beleidigend sind, sollte man in Erwägung ziehen, einzuschreiten und zu versuchen, diese Daten aus dem Internet – oder zumindest aus der Google-Suche zu entfernen. Dabei muss man allerdings sehr vorsichtig vorgehen, leicht geht der Versuch, Daten verschwinden zu lassen nach hinten los. Man spricht dabei vom Streisand-Effekt: Gerade der Versuch, etwas zu entfernen sorgt dafür, dass der Sachverhalt große Bekanntheit erlangt. Beliebt ist hier das Beispiel des Textilherstellers Jako, der negative Kommentare über seine Produkte entfernen lassen wollte – und damit eine Gegenreaktion hervorgerufen hat, die der Kritik zusätzliches Gewicht verliehen hat. Für das Unternehmen ein PR-Debakel allererste Güte.

    Daher ist die wichtigste Regel für jeden, der Daten von sich aus dem Internet entfernen möchte: Immer höflich bleiben!

    Denn die beste Möglichkeit, negative Einträge über die eigene Person aus dem Internet zu entfernen ist, direkt mit dem Betreiber der Webseiten oder Plattformen in Kontakt zu treten. Es gibt zwar auch die Möglichkeit, Einträge aus Google zu löschen, die Hürden dafür sind allerdings recht hoch – und theoretisch müsste man alle Suchmaschinen dazu auffordern, nicht mehr auf bestimmte Seiten zu verlinken, eine Mammutaufgabe, die zu keinem Ergebnis führen wird. Daher: Direkt an die Verantwortlichen der entsprechenden Website wenden.

    Checkliste Daten löschen

    Der Ersteindruck ist entscheided. Hier ist eine Übersicht, was in die erste E-Mail hinein gehört – und was auf keinen Fall geschrieben werden sollte.

    • Eine sachliche Schilderung, warum gewünscht wird, dass ein bestimmter Beitrag oder Eintrag entfernt wird.
    • Verweisen Sie an dieser Stelle z.B. darauf, dass der Beitrag beleidigend ist, oder erklären Sie dem Betreiber der Webseite, welche Folgen es für Sie hätte, wenn der Beitrag bestehen bliebe. Webmaster sind keine Unmenschen – wenn es einen guten Grund gibt, einen Beitrag zu entfernen, habe Sie gute Chancen, direkt beim Erstkontakt erfolgreich zu sein.

    • Ein Lob für die Homepage des Adressaten
    • Es macht immer Sinn, den Homepagebetreiber bzw. Webmaster für die Homepage, auf der Sie etwas gelöscht haben möchten ein Kompliment zu machen. Natürlich nur, wenn es angebracht ist (bei größeren Portalen sollte man davon unter Umständen Abstand nehmen).

    • Keinen Druck machen
    • Erwähnen Sie unter keinen Umständen im ersten Anschreiben, dass Sie in Erwägung ziehen, einen Anwalt einzuschalten. Formulieren Sie die E-Mail als Bitte und machen Sie deutlich, dass es ein wichtiges Anliegen ist – aber versuchen Sie, keinen Druck aufzubauen. Webmaster sind schließlich auch nur Menschen, und niemand schätzt es, mit einem Anwalt “bedroht” zu werden.

    • Genaue URL
    • Es klingt unglaublich, aber gerade das wird gerne vergessen: Natürlich müssen Sie der E-Mail eine genaue URL beifügen, unter welcher der Empfänger den Beitrag abrufen kann. Denn kein Webmaster hat großes Interesse daran, seine eigene Homepage nach irgendeinem, möglicherweise Jahre alten, Beitrag zu durchsuchen.

    Es kann eine Weile dauern, bis eine Reaktion auf die E-Mail eintrifft – die Bitte um Entfernung eines Beitrages hat nun mal keine allzu hohe Priorität. Wenn allerdings nach einer Woche (maximal 14 Tage) keine Reaktion erfolgt ist, sollten der nächste Schritt in Angriff genommen werden: Den Verantwortlichen für die Homepage anrufen.
    Warum ein Telefonat? Ganz einfach: Eine weitere E-Mail muss entweder im Tonfall schärfer werden – was in dieser Phase zu vermeiden ist – oder an der “lockeren” Tonfall der ersten E-Mail anknüpfen – was es einfach macht, das Anliegen erneut zu ignorieren.

    Ein Telefonanruf ist eine gute Möglichkeit, den Druck sanft zu erhöhen.

    Erkundigen Sie sich in dem Telefonat lediglich, was aus Ihrer Bitte geworden ist, und bieten Sie an, die E-Mail erneut zu versenden. Damit wird dem Verantwortlichen klar, dass die Angelegenheit nicht einfach ignoriert werden kann und Sie haben gezeigt, dass Sie nicht einfach aufgeben werden.

    Sollte auch danach keine Löschung vorgenommen werden, muss das weitere Vorgehen sehr gut durchdacht werden. Wer jetzt eine falsch formulierte E-Mail schreibt, oder sich aus Frustration zu einem emotionalen Vorgehen hinreissen lässt, hat Glück, wenn es nicht plötzlich 5 Beiträge statt einem gibt. Daher gilt es, genau abzuwägen ob der Nutzen, auf die Löschung zu bestehen, oder das damit verbundene Risiko für den eigenen Ruf überwiegt.

    Muss der Beitrag aber gelöscht werden, sollte jetzt der Druck erhöht werden – schreiben Sie eine sachliche E-Mail an den Webseitenbetreiber, in der Sie ihn noch einmal auffordern, den Beitrag zu löschen, und stellen Sie ein Ultimatum. Erwähnen Sie, dass Sie sich von einem Anwalt beraten lassen werden, wenn Ihrer Bitte nicht nachgekommen wird.

    Sollte auch danach keine Löschung erfolgen bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als tatsächlich einen Anwalt zu engagieren. Ein teures und bei weitem nicht immer erfolgreiches Unterfangen.

    Manchmal ist es daher angebracht, sich direkt an eine Internetagentur zu wenden, die sich auf Datenlöschung spezialisiert hat. Das kostet zwar auch Geld, dafür profitiert man aber von zum Teil jahrelanger Erfahrung.

    Aber es muss nicht immer direkt eine Löschung sein. Manchmal reicht es auch, den Beitrag einfach in den Untiefen der Google Ergebnisseite verschwinden zu lassen. Online-Ich.de erklärt auf der folgenden Seite, wie man sein Digitales Abbild mit einer geschickten Selbstdarstellung im Internet steuern kann.