Web-Studie: Russen gucken Videos – Deutsche schreiben Texte

Eine kürzlich erschienene Studie von Lightspeed Research analysiert das Internetverhalten europäischer Internetnutzer. Dabei treten je nach Nationalität deutliche Unterschiede zu Tage. Insgesamt zeigt sich, dass Russen beim Thema Web 2.0 die Nase in fast allen Feldern weit vorne haben – Deutsche liegen durchweg eher auf den hinteren Rängen. Allerdings nicht in allen Feldern.

In Russland beliebter: Soziale Netzwerke

In Russland beliebter: Soziale Netzwerke

Schlechte Noten haben die deutschen Internetnutzer vor allem in den Feldern Social Networking und Video. Lediglich 33 Prozent deutscher Internetnutzer haben in den vergangenen Monaten ein Profil bei einem Sozialen Netzwerk wie Facebook, StudiVZ oder Xing erstellt oder verwaltet. Damit liegt Deutschland auf dem vorletzten Rang, nur ein einziges Land hat noch schlechter abgeschnitten: Frankreich. Auf Rang Eins beim Thema Social Networking liegt Russland (49 Prozent), der zweite Platz geht an Großbritannien (48 Prozent).

Auch beim Thema Video belegt Deutschland einen der hinteren Ränge. So sahen sich lediglich 55 Prozent deutscher Internetnutzer innerhalb der letzten Wochenen einen Videoclip online an. Auch hier liegt Russland mit 59 Prozent vorne. Allerdings ist in diesem Feld der Abstand bedeutend kleiner.

Dichter & Denker

Die Schlussfolgerung zu ziehen, deutsche User würden Social Media nicht nutzen, wäre allerdings voreilig. Denn in einem Feld liegt Deutschland weit vorne: Eigene Texte im Web verbreiten.

Das Bild der teutonischen Social Media-Muffel ändert sich vor allem bei der Frage, wer in den vergangenen Monaten eine eigenen Text geschrieben und veröffentlicht hat. Auf einmal zeigt sich: Deutschland scheint ein Land der Schreiber zu sein. Mit 21 Prozent führen die einheimischen Web-Publizisten zusammen mit Russland die europäische Vergleichstabelle an. Besonders Schreibfaul sind die Niederländer (sechs Prozent) und die Briten (sieben Prozent).

Quelle: Meedia

Damit wird Deutschland dem Ruf, das Land der Dichter und Denker zu sein wohl zumindest im Internet gerecht. Ob beim publizieren allerdings beachtet wird, dass der eigene Text leicht über Jahre hinweg noch abrufbar sein wird, ist mehr als fraglich.

Fazit: Die Studie offenbart, dass Deutschland – noch! – nicht in der Top-Liga der Web 2.0 Länder angekommen ist. Leider schlüsselt die Studie nicht nach Alter der Nutzer auf – die Ergebnisse davon wären sicherlich interessant. Aber auch wenn es auf den ersten Blick schön ist, dass Deutschland nicht in allen Bereichen den europäischen Nachbarn hinterher hinkt: Texte im Web zu veröffentlichen geht schnell, sie wieder aus dem Internet zu löschen dauert lange und ist aufwendig. Das sollten auch die publizierfreudigen Deutschen User beachten.

Interessante Beiträge:

jr
Auf meinem Zeugnis steht Mediengestalter – Texter, Internet-Enthusiast und Weltenbummler hat wohl keinen Platz mehr gefunden. Ich habe mich sowohl beruflich als auch in meiner Freizeit dem Medienkonsum verschrieben und bin damit bisher ganz gut gefahren. Weitere Steckenpferde sind Politik und gutes Essen :)

Keine Kommentare.

Eine Anwort verfassen.