Facebook-Fotos zu fröhlich – Krankengeld gestrichen

Montréal — Einer wegen Depressionen krank geschriebenen Kanadierin ist das Krankengeld gestrichen worden, weil sie fröhliche Bilder von sich bei Facebook veröffentlicht hat. Mit Verweis auf die Fotos, die sie lachend am Strand, bei ihrer Geburtstagsfeier und bei einer Männer-Striptease-Show zeigen, habe die Versicherung ihr mitgeteilt, dass sie auch arbeiten gehen könne, sagte Nathalie Blanchard dem kanadischen Fernsehsender CBC.

Quelle: AFP

Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass jeder sich der Daten bewusst sein sollte, die auf Facebook oder generell in Sozialen Netzwerken veröffentlicht werden. Und noch wichtiger: Das Bewusstsein zu haben, dass diese Daten nahezu für jedermann
abrufbar sind. Und wie im Fall der Kanadischen Versicherung zu sehen durchaus auch überprüft werden. Die Versicherung erklärte zu dem Vorgang, dass “sie die Zuschüsse nicht allein wegen der Fotos bei Facebook gestrichen habe. Sie nutze das Internet aber, um sich über ihre Kunden zu informieren.

Polizei fasst Betrüger durch Facebook


Ein anderer Fall, der kürzlich für einige Aufmerksamkeit in den Medien gesorgt hat ist der des polizeilich gesuchten Betrügers Maxi Sopo. Dieser hatte verschiedene Finanzinstitute um mehrere hundertausend Dollar betrogen und sich nach Mexiko abgesetzt, nachdem er erfahren hatte, dass die Polizei ihn suchte. Geschnappt wurde er doch.

In seinen Statusmeldungen schwärmte er: “Es ist wie das Leben im Paradies” oder “Ich liebe es”. Ende Juni postete er auf seiner Pinnwand noch triumphierend: “Das Leben ist so einfach, wirklich!” Doch dafür interessierte sich auch die Polizei. Sein Profil hatte er zwar gesperrt, wie viele der weltweit etwa 300 Millionen Nutzer des Netzwerks hatte er jedoch nicht daran gedacht, auch die Liste seiner virtuellen Kontakte zu sperren.

Quelle: RP Online

In der Kontaktliste befand sich unglücklicherweise unter anderem ein ehemaliger Mitarbeiter der Jusitzbehörde – und dieser konnte problemlos den Aufenthaltsort Sopos herausfinden. Auch hier ein Beispiel wie schnell unbedachte Veröffentlichungen Konsequenzen verursachen, die man nicht vorhergesehen hat.

Fazit: Natürlich handelt es sich bei den Beispielen um Extremfälle. Dennoch: Man sollte regelmäßig das eigene Profil überwachen und es mit möglichst fremden Augen betrachten um zu sehen, ob ein Fremder nicht vielleicht falsche Schlüsse ziehen könnte, wenn er sich ein Bild von Ihnen im Internet machen möchte.

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jr
Auf meinem Zeugnis steht Mediengestalter – Texter, Internet-Enthusiast und Weltenbummler hat wohl keinen Platz mehr gefunden. Ich habe mich sowohl beruflich als auch in meiner Freizeit dem Medienkonsum verschrieben und bin damit bisher ganz gut gefahren. Weitere Steckenpferde sind Politik und gutes Essen :)

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  1. Datenschutz im Social Web « Allgemeines « Online-Ich: Informationen zu Ihrer Online-Reputation - 15. Januar 2010

    [...] kurzer Zeit berichtete Online-Ich.de über den Fall des Betrügers Maxi Sopo, der mit Hilfe von Facebook der US-Polizei ins Netz ging. Auch in anderen Fällen haben sich [...]

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