Soziale Netzwerke zeigen die Realität

Es gibt viele Gründe, eine Online-Recherche über einen Bewerber oder Geschäftspartner abzulehnen. Gerne wird behauptet, dass man in fünf Minuten mehr über eine Person erfahren könne, als wenn man sie “stundenlang googlet”. Dass auch bei einer guten Portion Menschenverstand negative Eigenschaften eines Bewerbers übersehen werden – diese Erfahrung hat wohl jeder Personaler schon einmal gemacht (eine schöne Kolumne zu diesem Thema gibt es in der FAZ-Serie Wie war dein Tag, Schatz?“). Ein weiteres Argument von – oft alteingessenen – Personalchefs ist folgendes: “Die im Internet dargestellten Informationen spiegeln ohnehin nicht die Realität wider. Jeder versucht einfach nur, sich gut dastehen zu lassen”.

Zumindest dieses Argument kann durch eine neue Studie entkräftet werden. Forscher der Universitäten Austin, Mainz, Münster und St. Louis untersuchten in dieser Studie über 200 deutsche und US-amerikanische Profile auf Facebook, StudiVZ und weiteren Sozialen Netzwerken. Um ein Bild der Profilinhaber zu generieren, wurden die Testpersonen anhand von Fragebögen zu ihrer Persönlichkeit befragt und ein Persönlichkeitsprofil wurde erstellt. In einem zweiten Schritt wurden die Profile dieser Nutzer unabhängigen Personen gezeigt, die sich daraus ein Bild des Profilbesitzers erstellen sollten. Das Ergebnis: Die durch die Betrachtung des Profils gewonnen Erkenntnisse und die im Fragebogen erhobenen Daten stimmten überein.

«Online-Profile vermitteln tatsächlich ein sehr genaues Bild der Profilinhaber», sagte Back: «Es zeigt sich, dass die spontanen Eindrücke der fremden Beurteiler mit den tatsächlichen Eigenschaften der Profilbesitzer übereinstimmen und nicht durch deren Selbstidealisierung verfälscht werden.» Die Ergebnisse sprächen dafür, dass Online-Profile wegen der Vielzahl an persönlichen Informationen sich besonders gut eigneten, die eigene Persönlichkeit auszudrücken.

Quelle: DerWesten

Fazit: Entgegen der landläufigen Meinung, im Internet würde es von Selbstdarstellern nur so wimmeln zeigt diese Studie, dass die Profile in Sozialen Netzwerken durchaus die Realität widerspiegeln können. Können – denn die Gefahr einer übertriebenen Selbstdarstellung besteht immer. Aber Hand aufs Herz: Bei einem Vorstellungsgespräch ist das nicht anders.

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jr
Auf meinem Zeugnis steht Mediengestalter – Texter, Internet-Enthusiast und Weltenbummler hat wohl keinen Platz mehr gefunden. Ich habe mich sowohl beruflich als auch in meiner Freizeit dem Medienkonsum verschrieben und bin damit bisher ganz gut gefahren. Weitere Steckenpferde sind Politik und gutes Essen :)

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