Social Networking am Arbeitsplatz – Studien und Aussichten

Die Diskussion, ob Social Media am Arbeitsplatz erlaubt werden sollte oder nicht, wird bei Social Media Marketern ebenso wie bei Online-Reputation Managern nach wie vor immer wieder aufgegriffen. Auch Klaus Eck greift in seinem Blog die Frage auf. Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat das Potential, diese Diskussion wieder anzuheizen. So hat die englische IT-Firma Morse eine Studie veröffentlicht, deren Ergebnisse besagt, dass Social Networking eine Woche Arbeit pro Jahr “kostet”, berichtet das Online-Portal DiePresse.com.

Wie die IT-Beraterfirma Morse bei einer Untersuchung von 1460 Personen feststellte, verbringen sie durchschnittlich 40 Minuten pro Tag auf den Plattformen. Dabei handelt es sich ausschließlich um private Tätigkeiten während der Arbeitszeit. Damit kosten sie Arbeitgebern eine volle Arbeitswoche pro Jahr.

Quelle: DiePresse.com

Diese Studie wird vielen Arbeitgebern den ausschlaggebenden Grund liefern, Social Networking auch in ihrem Unternehmen zu verbieten – und damit liegen sie auch im Trend, wie der Focus berichtet:

Bei rund der Hälfte der US-Unternehmen ist für die Angestellten während der Arbeitszeit ein Besuch in Internet-Netzwerken wie Facebook „gänzlich verboten“. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 1400 Firmen mit mindestens 100 Mitarbeitern.

Quelle: Focus

Der falsche Weg

Leider wird hier ein falscher Weg eingeschlagen. Denn neueste Studien zeigen, dass auch große Unternehmen nicht ausreichend mit Sozialen Medien arbeiten. So weisen nur zwei von 30 im DAX vertretenen Unternehmen auf entsprechende Social Media-Aktivitäten hin – und ganze 33 Prozent sind noch garnicht im Web 2.0 aktiv.

Die Situation die dadurch entsteht, ist die denkbar schlechteste für ein Unternehmen: Einerseits ist man selbst nicht aktiv im Web 2.0 unterwegs – hat also keine Möglichkeit, die Meinungsbildung zu beeinflussen – andererseits untersagt man seinen Mitarbeitern, die Sozialen Medien während der Arbeitszeit zu nutzen. Und nimmt sich somit auch diese Möglichkeit, zu beeinflussen, was über das Unternehmen geschrieben wird. Denn die die Kommunikation selbst wird nicht unterbunden, schließlich steht außerhalb der Arbeitszeit jedem Angestellten frei, zu publizieren, was immer er möchte.

Aufklären und anleiten

Mehr Sinn macht es also, Mitarbeitern den Zugang zu Social Networks wie Facebook, Twitter etc nicht zu untersagen, sondern viel mehr durch Schulungen zu fördern. Wenn es klare Richtlinien gibt, wie ein Angestellte sich online zu verhalten haben, sorgt das zum einen für Sicherheit bei den Mitarbeitern – zum anderen und vor allem aber kann durch gezielte Förderung ein Verständnis für Social Media geschaffen werden.

Dabei ist es noch nicht einmal nötig, jeden Mitarbeiter zum Spezialisten für Online-Kommunikation zu machen. Eine klare Regelung, wie mit Sozialen Medien umzugehen ist, kann schon viel bewirken. Bei größeren Unternehmen empfiehlt sich natürlich immer ein Reputation Manager – sei es nun In-House oder extern.

Interessante Beiträge:

jr
Auf meinem Zeugnis steht Mediengestalter – Texter, Internet-Enthusiast und Weltenbummler hat wohl keinen Platz mehr gefunden. Ich habe mich sowohl beruflich als auch in meiner Freizeit dem Medienkonsum verschrieben und bin damit bisher ganz gut gefahren. Weitere Steckenpferde sind Politik und gutes Essen :)

Trackbacks/Pingbacks

  1. Personaler müssen sich im Social Web verbessern « Bewerbung « Online-Ich: Informationen zu Ihrer Online-Reputation - 27. November 2009

    [...] Der überwiegende Teil deutscher Personalexperten (60 Prozent) misst dem Social Web eine große Bedeutung für das Thema Human Resources zu – allerdings gibt es in fast keinem Unternehmen geregelte Zuständigkeiten für den Bereich Social Web geschweige denn eine entsprechende Social Media Strategie. Auch Richtlinien im Umgang mit Social Media finden sich lediglich bei 15 Prozent der befragten Unternehmen – obwohl gerade diese Maßnahme recht unproblematisch umzusetzen ist und große Vorteile mit sich bringen kann (siehe auch: Social Networking am Arbeitsplatz – Studien und Aussichten) [...]

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