Interview mit Klaus Eck

Am 12. Oktober wurde auf derstandard.at ein Interview mit dem bekannten Online Reputation Spezialisten Klaus Eck veröffentlicht. Der PR Blogger gibt im Interview Tipps zum Umgang mit Sozialen Netzwerken.

Selbstverständlich hat die Art und Weise wie wir uns online präsentieren einen Einfluss auf unser Berufsleben. Jeder dritte Personalverantwortliche googelt inzwischen relevante Bewerber. Der erste Eindruck, den Bewerber online hinterlassen, entscheidet heute mit über die Karriere des Einzelnen. Wer mit einer Schimpftirade über seinen alten Arbeitgeber oder auf Hunderten von Partyfotos im Vollrausch gefunden wird, schneidet natürlich schlechter ab, als derjenige, der mit fachlich interessanten Blogartikeln und gut gepflegten Onlineprofilen auffällt. Durch eine gezielte Pflege der eigenen Online-Reputation stützt man seine Karriere.

Auf Privates verzichten?

Interessant ist die auch in der Überschrift zum Interview formulierte These, auf Privates solle weitgehend verzichtet werden.

Wer dann auch noch positiv aus der Masse herausragen will, der sollte selbst dazu übergehen, gute und interessante Inhalte zu erstellen, also zum Beispiel ein Blog, Twitter-Account oder einen Youtube-Videokanal zum eigenen Fachgebiet gründen. Wichtig ist allerdings bei alledem, nicht zu dick und zu selbstreferentiell aufzutragen. Mit heißer Luft überzeugen Sie niemanden. Stattdessen kommt es auf Ihre Softskills genauso an wie auch auf Ihre persönliche Kompetenzen. Auf wirklich Privates sollte man beim Online Reputation Management weitgehend verzichten.

An dieser Stelle sollte Widerspruch laut werden. Denn das Gegenteil ist der Fall. Selbstverständlich – und in jedem Fall – haben Partyfotos im Internet nichts zu suchen. Dennoch ist ein gewisses Maß an privaten Inhalten nach Sicht von Online-Ich positiv zu bewerten. Zwar ist es richtig, dass ein googlender Geschäftspartner immer in erster Linie nach beruflichen Qualifikationen sucht – doch auch private Inhalte sind von Interesse. Einerseits bei Menschen, die nur telefonisch miteinander zu tun haben, und den anderen etwas besser kennen lernen möchten. Aber auch beim ersten Research für einen neuen Geschäftspartner. Private Inhalte verleihen einer Online Reputation Glaubwürdigkeit – sie machen die gesuchte Person greifbar.

Privates gezielt nutzen!

Der Trick liegt darin, sich privat ebenso geplant und gezielt zu präsentieren, wie man es beruflich tut. Ein Familienmensch sollte sich als ebendieser präsentieren und Fotos vom letzten Familienurlaub zeigen, auf denen er mit seinen Kindern spielt. Ein begeisterter Radfahrer sollte Fotos von seinen Radtouren online stellen. Ein Modelleisenbahner kann sich in entsprechenden Foren nach Tipps und Tricks erkundigen – oder welche geben. Wer eine Online Reputation aufbaut, sollte überlegen, wie er sich im Internet definieren möchte. Gibt es nur den Geschäftsmann oder gibt es auch den Familienvater oder Hobbybastler? Wer sich ehrlich und offen im Internet präsentiert wird durch Vertrauen belohnt.

Fazit: Das Interview mit Klaus Eck vermittelt einige Basics zum Thema Online-Reputation und ist aus diesem Grund durchaus lesenswert. Die These, Privates sollte aus der Online-Reputation herausgehalten werden ist allerdings nicht angebracht. Viel eher sollte man Privates an zweiter Stelle fördern. Ein oberflächlicher Scan bei Google bringt berufliche Qualifikationen zutage – wer sich die Mühe macht, in Sozialen Netzwerken zu recherchieren sollte mit ausgewählten privaten Inhalten belohnt werden.

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jr
Auf meinem Zeugnis steht Mediengestalter – Texter, Internet-Enthusiast und Weltenbummler hat wohl keinen Platz mehr gefunden. Ich habe mich sowohl beruflich als auch in meiner Freizeit dem Medienkonsum verschrieben und bin damit bisher ganz gut gefahren. Weitere Steckenpferde sind Politik und gutes Essen :)

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