Schleichwerbung verboten

Wie das Handelsblatt am Mittwoch berichtete, sind in den USA die Gesetze zur Schleichwerbung im Internet verschärft werden.

NEW YORK. Die US-Regierung macht Front gegen Schleichwerbung im Internet. Die für Verbraucherschutz zuständige Federal Trade Commission (FTC) hat neue Regeln erlassen, die versteckte Werbung in Blogs, auf Twitter und in Sozialen Netzwerken wie Facebook transparenter machen soll. Internetnutzer müssen künftig angeben, wenn sie Produkte oder Dienstleistungen empfehlen und dafür eine Gegenleistung bekommen. Wer gegen die Vorschrift verstößt, kann mit einer Geldstrafe von bis zu 11 000 Dollar pro Fall belegt werden.

Interessant an dieser Regelung ist die konkrete Ausrichtung auf Blogs und ähnliches. Dies zeigt deutlich, wie stark der Einfluss von Produktempfehlungen auf Social Sites in den USA bereits jetzt ist.

Im Interesse der Nutzer ist eine solche Regelung sicherlich. Ob sie allerdings Erfolge bringen wird, darf stark bezweifelt werden. Ob ein Blogger für einen bestimmten Beitrag entlohnt wird, ist nicht ganz einfach heraus zu finden.

Eine Strafzahlung von 11’000 US Dollar ist allerdings für den größten Teil der Blogging-Szene eine herbe Einbuße. Doch auch hier stößt das Gesetz an natürliche Grenzen, wie auch der Beitrag des Handelsblatt nahe legt: “Hart durchgreifen kann die Handelsbehörde im Kampf gegen versteckte Werbung in Blogs allerdings nicht. Sie setzt bei Verstößen eher auf Warnungen, statt die Sünder zur Kasse zu bitten.”.

Der Grund dafür liegt sicherlich unter anderem in den eben erwähnten Schwierigkeiten der Beweisführung. Bis auf einige Größen im Blogging-Geschäft müssen sich wohl auch die meisten nicht vor Verfahren fürchten, eine Behörde mit der Personalstärke, mehrere Millionen Blogs effizient kontrollieren kann, müsste noch erfunden werden. Daher setzt die Handelsbehörde auch auf Anzeigen. Dass dabei persönliche oder geschäftliche Interessen zur Geltung kommen, liegt auf der Hand.

Dennoch zeigt das Gesetz deutlich, dass das Internet bei weitem nicht mehr der rechtsfreie Raum ist, den es noch vor einigen Jahren dargestellt hat. Und auch wenn der ein oder andere Social Media Marketer bei der Nachricht über das neue Gesetz mit den Zähnen geknirscht hat: Eine stärkere Regulierung im Internet wird langfristig zur Zunahme von Investitionen führen und damit auch den Marketingbereich verstärken.

Fazit: Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit reiht sich das neue Gesetz in eine lange Reihe von Vorschriften ein, die niemals auch nur annähernd überprüft werden können.

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jr
Auf meinem Zeugnis steht Mediengestalter – Texter, Internet-Enthusiast und Weltenbummler hat wohl keinen Platz mehr gefunden. Ich habe mich sowohl beruflich als auch in meiner Freizeit dem Medienkonsum verschrieben und bin damit bisher ganz gut gefahren. Weitere Steckenpferde sind Politik und gutes Essen :)

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