Verlässliche Zahlen zur Online-Recherche

Wer sich zum Thema Reputationsmangement bzw. Online Reputation im Internet informiert, wird zum Teil durch eine Vielzahl verschiedener Studien und Zahlen verblüfft. Das Ergebnis der einen Studie kann von der nächsten widerlegt werden. Manchmal liegt der Grund dafür auf der Hand, Unternehmen, die mit der Studie ihre Dienstleistung fördern möchten, sind nur ein Beispiel. Viele Studien sind auch schlicht und einfach durch Anzahl der Befragten oder andere Qualitätsmerkmale, die nicht eingehalten werden, nicht repräsentativ. Und wieder andere Portale verbreiten Zahlen, die von amerikanischen Studien stammen, ohne dies eindeutig zu kennzeichnen.

Glücklicherweise gibt es auch unabhängige Stellen, die Studien durchführen. Zum Beispiel das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Dieses hat nämlich vor nicht allzu langer Zeit eine Umfrage mit dem Titel Umfrage zu Haltung und Ausmaß der Internetnutzung von Unternehmen zur Vorauswahl bei Personalentscheidungen. Hinter diesem etwas sperrigen Titel verbirgt sich eine Reihe interessanter Informationen:

Zusammenfassung der Umfrageergebnisse:

  • Über ein Viertel der befragten Unternehmen nutzen das Internet für Personalentscheidungen (28 Prozent).
  • Immerhin 36 % informieren sich auch über soziale Netzwerke (20 Prozent gelegentlich oder regelmäßig, 16 Prozent selten). Fast zwei Drittel beschränken sich auf allgemein zugängliche Informationen.
  • Großunternehmen recherchieren bei der Personalauswahl mehr im Internet als kleinere Unternehmen (über 1000 Mitarbeiter 46 Prozent, unter 100 Mitarbeiter 21 Prozent).

Von den Unternehmen, die zur Personalauswahl im Internet recherchieren:

  • Fast 80 Prozent der Unternehmen nutzen das Internet bereits vor der Einladung zum Vorstellungsgespräch.
  • Bei einem Viertel der Unternehmen kommt es vor, dass Bewerber wegen Informationen aus dem Internet nicht eingestellt werden. Für 56 Prozent kann jemand aber auch genau wegen der Informationen aus dem Internet interessanter werden.
  • Ablehnend bewerten potentielle Arbeitgeber negative Aussagen über die Arbeit oder das Arbeitsumfeld (76 Prozent). Ebenfalls negativ ist es, wenn private Inhalte auf den Internetseiten von den Aussagen in der Bewerbung abweichen (49 Prozent) (Glaubwürdigkeit). Positiv sind für fast zwei Drittel der Internet nutzenden Unternehmen Hobbies und soziales Engagement. Auch sehr private Bilder, (etwa „Partybilder“) sind für fast die Hälfte der Unternehmen negativ, 43 Prozent bewerten dies neutral.

Auch wenn “nur” 500 Unternehmen befragt wurden, sind die Ergebnisse wahrscheinlich recht präzise – und vor Allem nicht durch Eigeninteresse geprägt.

Die Ergebnisse der Studie sind im Einzelnen nicht verblüffend, denn sie bestätigen einen Trend, der seit einiger Zeit immer deutlicher zutage tritt. Einzelne Aspekte allerdings sind sehr aussagekräftig. Zum Beispiel die hohe Zahl an Firmen, die Bewerber gerade wegen im Internet gefundenen Informationen zu einem Bewerbungsgespräch einladen. Dies zeigt deutlich, wie wichtig Online Reputation Management heute ist.

Auch die Aufschlüsselung der Unternehmen in Groß- und Kleinunternehmen ist sinnvoll – und auch wenn die Zahlen für Kleinunternehmen im Moment noch vergleichsweise niedrig sind, ist durch die großen Unternehmen ein Trend erkennbar, der sicherlich über kurz oder lang auch im Mittelstand ankommen wird.

Hier können Sie die gesamte Studie zum Thema Online-Recherche durch Unternehmen abrufen.

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jr
Auf meinem Zeugnis steht Mediengestalter – Texter, Internet-Enthusiast und Weltenbummler hat wohl keinen Platz mehr gefunden. Ich habe mich sowohl beruflich als auch in meiner Freizeit dem Medienkonsum verschrieben und bin damit bisher ganz gut gefahren. Weitere Steckenpferde sind Politik und gutes Essen :)

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